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Im Erlanger Schlossgarten mit seinen alten Bäumen lagern (...) vorwiegend junge Leute, nicht wenige mit Kind und Hund, Decke und Picknickkorb. Die kommen aus der Umgebung, um moderne Lyrik zu hören, Romananfänge zu verstehen und den Autoren dabei zuzusehen, wie sie eine möglichst gute Figur machen, wenn sie von den Moderatoren zu Leben, Werk und anderen Kleinigkeiten befragt werden. Alle trinken Apfelschorle, Bier oder Wein, die Kleinen lutschen am Eis. Niemand wird in Geiselhaft genommen, wie bei einer Buchhandlungslesung üblich, jeder kann aufstehen und gehen, sich zur nächsten Wortinsel begeben. Niemanden stört die Bewegung oder das Hintergrundrauschen, das Hunderte von Menschen erzeugen, die lagern, essen, trinken, reden und sich Bücher signieren lassen. (...)

Die Schriftstellerin Elke Schmitter in: Der Spiegel Nr. 27, 3. Juli 2006